Projekte

In dieser Rubrik finden Sie alle Projekte der Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung.

 

DIGITALES WERKVERZEICHNIS: Max Beckmann Catalogue Raisonné der Gemälde und der farbigen Arbeiten auf Papier

Max Beckmann Catalogue Raisonné der Gemälde und der farbigen Arbeiten auf Papier

Initiiert und finanziert durch die Kulturstiftung Franz Dieter und Michaela Kaldewei wurde das digitale Werkverzeichnis der Gemälde Max Beckmanns um das der farbigen Arbeiten auf Papier des Malers erweitert. Diese neue Version des Catalogue Raisonné wurde am 13.Februar 2025 bei Grisebach in Berlin freigeschaltet. 

Das erweiterte Werkverzeichnis ist kostenfrei und uneingeschränkt im Internet zugänglich. (https://max-beckmann.org/) Forscher und Beckmann-Liebhaber aus aller Welt können jederzeit grundlegende Fakten zum Oeuvre Max Beckmanns abrufen, hochauflösenden Abbildungen im Detail betrachten, die Werke mit zahlreichen Informationen zur Entstehung, zum Inhalt oder zur Provenienz verknüpfen. Die kunsthistorische Forschung zu Max Beckmann gewinnt so weitaus effizientere und vielschichtigere Recherchemöglichkeiten als bisher. 

Auf der Basis des von Barbara und Erhard Göpel 1976 herausgegebenen Werkverzeichnisses konzipierte Anja Tiedemann seit April 2016 ein digitales Informationssystem, das sie mit den Ergebnissen ihrer Archivforschungen in Europa und den USA erweiterte. Auch die Bilderlisten, Tagebücher und Briefe des Künstlers wurden von ihr ausgewertet. Darüberhinaus erlauben die in den digitalen Catalogue Raisonné aufgenommenen Publikationen, Personenverzeichnisse, Ausstellungen, Institutionen und Auktionen seit der Freischaltung 2021 vielfältige Verknüpfungen mit den Werken Max Beckmanns.

Auf dieser Grundlage erarbeitete Jana Diermann seit 2021 die Ergänzung des digitalen Gemäldekataloges durch das Verzeichnis der farbigen Arbeiten auf Papier Max Beckmanns. Ausgangspunkt war das 2006 erschienene Werkverzeichnis der Aquarelle und Pastelle Max Beckmanns von Mayen Beckmann, Siegfried Gohr und Max Hollein, das durch die Recherchen Jana Diermanns erweitert und dem Gemäldekatalog eingegliedert wurde.

Das erweiterte Werkverzeichnis Max Beckmanns wurde von der Firma Collecto mit einem modernen Design und einer innovativen digitalen Plattform neu gestaltet und umgesetzt. Es wurde am 13.Februar 2025 in Berlin freigeschaltet.

Beide Werkverzeichnisse existieren auch in Buchform. Die luxuriös ausgestatteten Publikationen sind über Grisebach zu erwerben. Sie sind über QR-Codes mit der digitalen Version des Catalogue Raisonné der Gemälde und farbigen Arbeiten auf Papier verbunden.

 

 

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Mayen Beckmann, Johannes von Mallinckrodt, Cathrin Klingsöhr-Leroy, Micaela Kapitzky und Oliver Kase beim Launch des digitalen Werkverzeichnisses der Gemälde und farbigen Arbeiten auf Papier, Berlin, 13.2.2025

WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG: Legende und Realität. Max Beckmann in der Zeit des Nationalsozialismus 

Legende und Realität. Max Beckmann in der Zeit des Nationalsozialismus 
Symposium im Ernst von Siemens-Auditorium der Pinakothek der Moderne der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München, vom 6. bis 8.5.2024

Max Beckmann gilt als einer der besterforschten Künstler der Klassischen Moderne. Seit seinem Tod im Jahr 1950 haben mehr als 4.500 Publikationen unterschiedlichste Aspekte von Beckmanns Leben und Werk untersucht. Die Zeit des Nationalsozialismus mit der damit verbundenen Diffamierung Beckmanns als „entarteter Künstler“ und sein Verlassen Deutschlands sind entscheidende Zäsuren in seiner Biografie. Die Beschreibung der
negativen und existentiellen Folgen dieser Ausgrenzung als Opfer der NS-Kunstpolitik ist ein Standard-Narrativ der Beckmann-Kunstgeschichtsschreibung und seiner herausragenden Positionierung auf dem internationalen Kunstmarkt. Überraschenderweise wurde die Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 in Beckmanns Leben und Werk aber kaum systematisch auf quellenkritischer Grundlage untersucht. Mögliche Auswirkungen der NS-Kulturpolitik
auf sein künstlerisches Schaffen und seine Produktions- und Marktbedingungen in Frankfurt, Berlin und Amsterdam gilt es genauso zu beleuchten wie die Praxis der Lebensplanung, die Stellung im Kunstmarkt, die Aufrechterhaltung oder Entwicklung seines persönlichen Netzwerks und damit verknüpft der Handlungsoptionen, Einschränkungen oder Privilegien als Künstler.
Neuere Forschungen zur Reichskammer der bildenden Künste, zu anderen „entarteten“ Künstlern sowie die bessere Zugänglichkeit und systematische Erschließung der Beckmann-Quellen wie etwa seiner Tagebücher lassen neue Ergebnisse erwarten, etwa zu den Umständen des Umzugs von Frankfurt am Main nach Berlin sowie der häufig als „Exil“ bezeichneten Ausreise von Berlin nach Amsterdam, zu seinem Netzwerk und Unterstützern wie Lilly von Schnitzler oder Erhard Göpel. Die Folgen des Krieges sowie der Okkupation der Niederlande durch die Deutschen auf den Alltag der Eheleute Beckmann sowie das künstlerische Schaffen sind weitere Fragestellungen, denen nachzugehen ist. Das gilt auch für die Ausstellungstätigkeit, Werkverkäufe und mögliche Marktstrategien des Künstlers und seiner Händler im NS sowie der Rezeption des Künstlers in Deutschland und den USA unmittelbar nach 1945.
Die Kaldewei Kulturstiftung und das Max Beckmann Archiv der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen veranstalteten gemeinsam ein dreitägiges Symposium in der Pinakothek der Moderne, um Max Beckmann in der Zeit des Nationalsozialismus möglichst umfang- und facettenreich zu behandeln. Vom 06. bis 08. Mai 2024 waren Referentinnen und Referenten eingeladen, ihre Forschungen im Ernst von Siemens-Auditorium vorzustellen.

AUSSTELLUNG: August und Elisabeth Macke. Ihre Verbindung in Kunst und Leben

August und Elisabeth Macke. Ihre Verbindung in Kunst und Leben
Ausstellung im Franz Marc Museum, Kochel am See, vom 11.6.2023
 bis 17.9.2023

In über 200 Zeichnungen und Gemälden hat August Macke seine Frau porträtiert. Elisabeth - „mein zweites Ich“, wie er sie nannte - inspirierte ihn zu zahlreichen Porträts, die zu seinen wichtigsten Werken gehören. Elisabeth Macke war das bevorzugte Modell ihres Mannes, die Inkarnation einer Frauengestalt. Aber Elisabeth Macke kümmerte sich auch um den Verkauf seiner Werke und brachte ihn mit Persönlichkeiten aus Kunst und Wirtschaft zusammen. Wenige Monate nach seinem frühen Tod an der französischen Front 1914 begann sie, die Geschichte ihrer Liebe aufzuschreiben, um ihren zwei Söhnen ein Bild ihres Vaters zu bewahren. Im zweiten Weltkrieg rettete sie seine Werke und Briefe vor den Bombenangriffen. Bis zu ihrem Tod 1978 arbeitete sie gegen das Vergessen eines jungen Künstlers an. Die Ausstellung zeigt die kongeniale Verbindung des Künstlerpaares. Sie thematisiert auch die Freundschaft mit dem Ehepaar Marc. - Wie Elisabeth Macke widmete Maria Marc sich nach dem frühen Tod ihres Mannes ganz der Betreuung seines Nachlasses und sorgte für seinen Nachruhm.

Ein besonders wichtiges Kapitel der Ausstellung gilt der unterschiedlichen Haltung Marcs und Mackes zur Abstraktion. Während August Macke sich in den letzten Monaten seines Lebens entschieden einer figurativen Malerei zuwandte und abstrakte Tendenzen seines Werkes nicht weiterverfolgte, blieb Abstraktion für Franz Marc das erklärte Ziel seiner Kunst.

Dieses Ausstellungsprojekt wurde exklusiv von der Kaldewei Kulturstiftung finanziert und gefördert.

WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG: Symposium Expressionism Revisited

Expressionism Revisited: Neue Forschungsansätze und Fragestellungen
Symposium im Brücke-Museum, Berlin, vom 1. bis 3. Juni 2023

Mit dem Symposium Expressionism Revisited förderte die Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung ein Projekt, das jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein Forum zum Austausch über die neuesten Tendenzen der Forschung zum deutschen, insbesondere dem Brücke-Expressionismus bieten sollte. 
60 Zuhörer, vor allem Fachpublikum, waren bei der Tagung im Brücke-Museum anwesend. Digital schalteten sich über 200 Interessierte dazu; über YouTube sind die 19 Vorträge weiterhin im Netz verfügbar und die Zahl der Interessenten steigt kontinuierlich.
In verschiedenen Themengruppen beschäftigten sich die Vorträge mit der globalen Rezeption des Expressionismus, die sich von Slowenien über Südafrika, China, Georgien, den Iran und Indien beobachten lässt. Immer handelt es sich um antikoloniale, im weitesten Sinne oppositionelle Bewegungen, die Formen und Inhalte der Brücke Jahrzehnte nach ihrer Entstehung übernehmen.
Weitere Themen waren die Entwicklung des Expressionismus im Nationalsozialismus und die Veränderung, Anpassung oder Vereinnahmung seiner Formensprache und Konzepte in dieser Epoche.
Auch die aktuelle Perspektive der Forschung mit Fragen zur kolonialen Verstrickung oder unreflektierten Aneignung fremden Formenguts durch die Brücke-Maler wurden thematisiert und schließlich wurden neue Erkenntnisse zu einzelnen Werken des Expressionismus vorgestellt.
Von besonderer Bedeutung waren Workshops, in denen über die Konsequenzen der aktuellen Forschungsfragen und -ergebnisse für die museale Arbeit, insbesondere die Kommentierung und Präsentation von Werken des Expressionismus diskutiert wurde.
 

WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG: Handbuch Werkverzeichnis Oeuvrekatalog Catalogue raisonné

Handbuch Werkverzeichnis Oeuvrekatalog Catalogue raisonné
Ingrid Pérez de Laborda, Aya Soika und Eva Wiederkehr Sladeczek (Hrsg.), De Gruyter Verlag, Berlin 2023

Das Werkverzeichnis, auch Œuvrekatalog oder Catalogue raisonné genannt, gilt als grundlegendes Nachschlagewerk für Museen, Privatsammlungen, den Kunstmarkt und nicht zuletzt für die kunsthistorische Forschung. Sein Ruf als Instrument der Authentifizierung und Nobilitierung eilt ihm voraus. Doch welche Anforderungen sollten Werkverzeichnisse heutzutage erfüllen? Inwiefern können digitale Anwendungen und multidisziplinäre Ansätze einen Mehrwert bieten? Welche Rolle kommt Werkverzeichnissen bei der Echtheitsbestimmung oder im Bereich der Provenienzforschung zu? Und welche juristischen Aspekte sind zu beachten? Rund 30 Beiträge beleuchten das Genre aus verschiedenen Perspektiven und anhand zahlreicher Fallbeispiele mit Blick auf die Vergangenheit und Zukunft, auf Theorie und Praxis im ersten Handbuch dieser Art. Das Projekt wurde finanziell ermöglicht durch die Kaldewei Kulturstiftung.

https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783110734492/html?lang=de

WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG: Leitfaden für kunstwissenschaftliche Gutachten

Leitfaden für kunstwissenschaftliche Gutachten
Hefte des Arbeitskreises Werkverzeichnis 1 (2023)

Hubertus Butin · Conny Dietrich · Christiane Heiser · Anne Sibylle Schwetter · Annette Seeler
Herausgegeben von der Kaldewei Kulturstiftung

Im Gegensatz zu öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen ist die Tätigkeit vieler Kunsthistoriker*innen, die im Rahmen ihrer Expertise Einschätzungen über die Zuschreibungen von Werken vorlegen und damit einen nicht unerheblichen Beitrag zur Wertentwicklung eines Werkes auf dem Kunstmarkt leisten, weder durch eine geschützte Berufsbezeichnung noch durch verbindliche wissenschaftliche und rechtliche Regelungen festgelegt. Die vom Autor*innen-Team entwickelten Leitlinien sollen ein standardisiertes Vorgehen beim Verfassen von Gutachten ermöglichen und damit nicht nur eine Arbeitsgrundlage bieten, sondern auch zur Stärkung unserer Position als Gutachter*innen gegenüber Auftraggeber*innen beitragen. In dieser Hinsicht versteht sich der Leitfaden auch als Argumentationshilfe gegenüber Versuchen, Einfluss auf den wissenschaftlichen Prüfprozess, dessen Dauer oder gar das Ergebnis zu nehmen.

https://arbeitskreis-werkverzeichnis.de/sites/default/files/inline-files/AKWV_Leitfaden_Gutachten.pdf

AUSSTELLUNG: August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin

August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin
Ausstellung im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster, vom 
28.5.2021 bis 5.9.2021

In über 200 Zeichnungen und Gemälden hat August Macke seine Frau porträtiert. Elisabeth, „mein zweites Ich“, wie er sie nannte, inspirierte ihn zu Kunstwerken von Spaziergängen und Modegeschäften. Aber sie war noch mehr für den Künstler als Muse und Modell. Sie managte sein Künstlerdasein. Elisabeth Macke kümmerte sich um den Verkauf seiner Werke und brachte ihn mit Persönlichkeiten aus Kunst und Wirtschaft zusammen. Wenige Monate nach seinem frühen Tod an der französischen Front 1914 begann sie, die Geschichte ihrer Liebe aufzuschreiben, um ihren zwei Söhnen ein Bild ihres Vaters zu bewahren. Im zweiten Weltkrieg rettete sie seine Werke und Briefe vor den Bombenangriffen. Bis zu ihrem Tod 1978 arbeitete sie gegen das Vergessen eines jungen Künstlers an. Mit Erfolg: August Macke gilt heute als einer der bekanntesten Maler des deutschen Expressionismus. Dieses Verdienst gebührt Elisabeth Macke, einer modernen, starken Frau, die in zwei Weltkriegen zwei Ehemänner verlor, aber niemals den festen Willen, das Ansehen von Macke zu steigern. Erstmalig zeigt eine Ausstellung ihr Wirken, ihre Netzwerke und ihre Bedeutung anhand von Werken des Künstlers, die aus der umfangreichen Macke-Sammlung des Museums stammen und durch einzelne Leihgaben ergänzt werden.

Das Projekt wurde allein möglich durch die großzügige Finanzierung der Kaldewei Kulturstiftung.

AUSSTELLUNG: Das gelbschwarze Trikot. Das Brücke-Museum zu Gast im Albertinum

Das gelbschwarze Trikot. Das Brücke-Museum zu Gast im Albertinum
Ausstellung in den Staatlichen Kunstsammlungen, Dresden, vom 9.10.2019 bis 30.8.2020

„Das gelbschwarze Trikot“ von Max Pechstein aus dem Brücke-Museum Berlin zählt zu den Inkunabeln expressionistischer Malerei. Im Rahmen einer Kooperation wurde es neben vier weiteren Hauptwerken aus Berlin temporär in Dresden ausgestellt, während wichtige Werke aus dem Albertinum in Berlin und Bernried gezeigt wurden.

In der Sammlung des Albertinum in Dresden bildet der seit 1937 noch immer stark dezimierte Bestand an Gemälden von Mitgliedern der Künstlergruppe „Brücke“ einen der Schwerpunkte in der Sammlungspräsentation – beginnt doch die Geschichte der Künstlergruppe 1905 mit der Gründung der „Brücke“ in Dresden. Das Albertinum unterstützte mit der Ausleihe zentraler Werke aus dem Bestand von Karl Schmidt-Rottluff und Emil Nolde die Ausstellung "Unzertrennlich. Rahmen und Bilder der Brücke-Künstler", die vom 16.11.2019 bis 15.3.2020 im Brücke-Museum Berlin gezeigt wurde.

Während der Kernbestand des Albertinum ausgeliehen war, wurde diese Chance genutzt, dem Dresdner Publikum und den Gästen der Stadt im Gegenzug Hauptwerke aus dem Brücke-Museum vorzustellen. Zuvor wurden die originalen Künstlerrahmen der Dresdner Gemälde in der Werkstatt der Gemälderestaurierung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden untersucht und die Ergebnisse dokumentiert.

Der Schwerpunkt bei der Auswahl der Gemälde aus Berlin lag auf Topoi und Motiven, die für die Dresdner Zeit der „Brücke“ paradigmatisch sind. Die Ausstellung der Werke aus dem Brücke-Museum Berlin in Dresdner Albertinum wurde begleitet von Kunstgesprächen und einem Vortrag.

Dieses Ausstellungsprojekt wurde exklusiv von der Kaldewei Kulturstiftung finanziert und gefördert.

WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG: Arbeitskreis Werkverzeichnis

Arbeitskreis Werkverzeichnis
Interessengemeinschaft von Autorinnen und Autoren von Werkverzeichnissen

Werkverzeichnisse sind unentbehrliche Begleiter für Kunsthistoriker*innen und Kunsthandel: Sie leisten einen Überblick über das Schaffen von Künstler*innen und dokumentieren grundlegende Informationen zum jeweiligen Werk. Darüber hinaus werden sie bei der Echtheitsbestimmung und der Provenienzrecherche konsultiert. Ihr enzyklopädischer Charakter unterscheidet Werkverzeichnisse deutlich von Monografien und Ausstellungskatalogen.

Die Herausforderungen, die an die Erstellung eines Werkverzeichnisses geknüpft sind, und alle damit verbundenen methodischen und organisatorischen Fragen haben zu der Idee geführt, einen Arbeitskreis für Autor*innen von Werkverzeichnissen zu gründen. Dieser Interessengemeinschaft soll einerseits der Zweck zugrunde liegen, gezielt Synergie-Effekte zu nutzen und den Austausch zu fördern. Andererseits sollen künftig wichtige Forschungsansätze verfolgt werden: Welche Relevanz hat das Werkverzeichnis heutzutage innerhalb der Kunstwissenschaften, und wo liegen die Schnittstellen zu den Provenienz- oder Restaurierungswissenschaften? Was kann ein Werkverzeichnis leisten, wo sind seine Grenzen? Wie können die traditionellen Zielsetzungen sinnvoll erweitert und an veränderte Anforderungen und Möglichkeiten angepasst werden?

Mit Unterstützung der Kaldewei Kulturstiftung und auf Initiative von Dr. Anja Tiedemann wurde im November 2018 der Arbeitskreis Werkverzeichnis gegründet. Seitdem fanden jährliche Treffen mit Vorträgen und Diskussionen statt. Im Januar 2023 erschien ein grundlegendes Handbuch für Werkverzeichnisse. Eine Arbeitsgruppe erarbeitete darüber hinaus derzeit einen Leitfaden zur Erstellung von Echtheitszertifikaten und Expertisen.

Nähere Informationen erhalten Sie unter https://arbeitskreis-werkverzeichnis.de/ oder schreiben Sie an info[at]arbeitskreis-werkverzeichnis.de

AUSSTELLUNG: Making van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe

Making van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe
Ausstellung im Städel Museum, Frankfurt am Main, vom 23.10.2019 bis 16.2.2020

Mit großzügiger Unterstützung der Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung, Ahlen, realisierte das Städel Museum die Ausstellung "Making van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe", die vom 23.10.2019 bis 16.2.2020 gezeigt wurde. Im Zentrum des Projektes stand das Anliegen, einen entscheidenden Beitrag für das Verständnis der deutschen Kunstentwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu liefern und dabei Vincent van Goghs Rolle als Schlüsselfigur für die Kunst des deutschen Expressionismus aufzuzeigen.

Die Präsentation des Städel Museums nimmt erstmalig das Œuvre van Goghs im Kontext seiner deutschen Rezeption in den Blick. Deutschland spielte für die Erfolgsgeschichte des Holländers eine zentrale Rolle: Früher als in anderen Ländern wurde der Künstler hier durch das Engagement von Galeristen, Kritikern und Museumsdirektoren knapp fünfzehn Jahre nach seinem Tod als einer der bedeutendsten Vorreiter der modernen Malerei wahrgenommen.

Den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet eine Auswahl an Hauptwerken des holländischen Malers, die in einem Dialog mit Bildern deutscher Avantgardisten gezeigt werden. Neben bekannten Beispielen von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter oder Max Beckmann werden in der Ausstellung auch wiederzuentdeckende Positionen präsentiert, für die van Gogh ebenso prägend war, wie Peter August Böckstiegel, Maria Slavona oder Heinrich Nauen.

PUBLIKATION: Günther Uecker. Hauptwerke.

Publikation: Günther Uecker. Hauptwerke.
Projektleitung: Dr. Konstanze Rudert, Dresden

Seit 2016 fördert die Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung die Vorbereitung einer Publikation zu den Hauptwerken des Düsseldorfer Künstlers Günther Uecker. Dieses Vorhaben wurde unter der Leitung von Dr. Konstanze Rudert von 2017 bis 2021 an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bearbeitet; zuvor war es an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf angesiedelt.

Die Realisierung des Projektes erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Günther Uecker selbst, aber auch mit dem Uecker Archiv in Düsseldorf. Ziel ist die Erfassung seiner Hauptwerke, die sich in Museen und Privatsammlungen weltweit befinden. Das seit Mitte der 1950er Jahre entstandene Œuvre umfasst Nagelreliefs, Gemälde, Arbeiten auf Papier, Skulpturen, Installationen, Filme und Aktionen sowie Bühnenbilder.

In 2023 wird eine sehr hochwertige Publikation in kleiner Auflage erscheinen, für die Uecker exklusiv eine Grafik zur Verfügung stellt. 

DIGITALES WERKVERZEICHNIS: Max Beckmann. Catalogue Raisonné der Gemälde

Max Beckmann. Catalogue Raisonné der Gemälde
Projektleitung: Dr. Anja Tiedemann, Jork-Königreich

Initiiert, finanziert und ediert von der Kaldewei Kulturstiftung wurde der Catalogue Raisonné der Gemälde Max Beckmanns (1884-1950) seit April 2016 von der Kunsthistorikerin Dr. Anja Tiedemann recherchiert, bearbeitet und in einem digitalen Informationssystem zusammengeführt. Auf der Grundlage des Werkverzeichnisses von Barbara und Erhard Göpel aus dem Jahr 1976 sowie Archivforschung in Europa und den USA wurden bis zum 31. Dezember 2020 nahezu 11.300 Datensätze gewonnen. Hierzu gehörten nicht nur die 843 Werke des Künstlers, sondern auch Publikationen (5.141), Personen (2.489), Ausstellungen (1.360), Institutionen (1.061), Auktionen (264) und Archivmaterialien (129). In vielfältiger Weise miteinander verknüpft bieten die gewonnenen Daten Erkenntnisse zur Provenienz sowie zur Ausstellungs- und Auktionsgeschichte. Erfasst sind darüber hinaus die Einträge in Beckmanns Bilderlisten, die neu transkribiert wurden und erstmals vollständig zugänglich sind. Verweise auf die Erwähnung der Gemälde in den Tagebüchern und Briefen des Künstlers gehören ebenso dazu. Vollkommen neue Sortier- und Filterfunktionen bieten einen raschen und zuverlässigen Zugriff auf umfangreiche Untersuchungsergebnisse. Weltweit zugänglich und kostenfrei nutzbar dient das digitale Verzeichnis der Forschung und bietet auch kunstinteressierten Laien eine attraktive Plattform.

Mitte Februar 2021 erschien ein auf dem Online-Werkverzeichnis basierender Œuvre-Katalog mit großformatigen Abbildungen in zwei ledergebundenen Bänden plus Supplement. Er enthält neben ausgewählten Informationen zu den Gemälden, auch Auszüge aus den Tagebüchern Max Beckmanns und seiner Frau Mathilde. QR-Codes führen direkt zum Online-Katalog.

Das Buch kann über die Villa Grisebach in Berlin bezogen werden.