Projekte

In dieser Rubrik finden Sie alle Projekte der Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung.

 

WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG: Max Beckmann. Who is Who (Arbeitstitel)

Max Beckmann. Who is Who (Arbeitstitel)
Projektleitung: Dr. Felix Billeter, Dr. Christiane Zeiller

Nähere Informationen folgen in Kürze.

DIGITALES WERKVERZEICHNIS: Max Beckmann. Catalogue Raisonné der farbigen Arbeiten auf Papier

Max Beckmann. Catalogue Raisonné der farbigen Arbeiten auf Papier
Autoren der Print-Version: Mayen Beckmann, Siegfried Gohr, Max Hollein
Projektleitung: Jana Diermann, Hamburg

Max Beckmanns farbige Arbeiten auf Papier ergänzen sein bildnerisches Repertoire, das von Bilderfindungen bis zu durchgearbeiteten Kompositionen viele Möglichkeiten umfasst. Unter der Verwendung verschiedener Techniken schuf er neben intimen Szenen auch komplexe Erinnerungs- und Imaginationsbilder. Schwarz-Weiß-Blätter wurden durch Kolorierungen neu gedeutet, Motivkonturen und Farben gesteigert, gebrochen, verdichtet oder sogar ins Gegenteil verkehrt. Das vielschichtige und dennoch überschaubare Œuvre der farbigen Arbeiten auf Papier wirkt wie ein Schnittpunkt der Ausdrucksformen und Techniken in der Malerei, Zeichnung und Graphik. Es leistet einen eigenständigen Beitrag zum künstlerischen Kosmos, den Beckmann geschaffen hat.

Das gedruckte Werkverzeichnis seiner farbigen Arbeiten auf Papier erschien 2006 im DuMont Buchverlag, Köln. Bearbeitet von Mayen Beckmann, Siegfried Gohr und Max Hollein wurde es von der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main herausgegeben.

Dieser Katalog ist die Grundlage des neuen digitalen Verzeichnisses, dessen Realisierung von Dezember 2021 an in der Verantwortung von Jana Diermann, Hamburg, steht. Basierend auf der Software, die schon für den digitalen Catalogue Raisonné der Gemälde des Künstlers (https://beckmann-gemaelde.org) erfolgreich zum Einsatz kam, sollen einerseits sämtliche Inhalte übernommen und andererseits neuartige Sortier- und Filterfunktionen etabliert werden, die einen raschen und zuverlässigen Zugriff auf umfangreiche Untersuchungsergebnisse bieten. Die Briefe und Tagebucheinträge des Malers und seiner Frau Mathilde Q. Beckmann finden ebenfalls Berücksichtigung. Die Freischaltung im Internet ist für Februar 2024 geplant. Die Nutzung wird uneingeschränkt und kostenfrei möglich sein.

WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG: Max Beckmann. 1884-1950

Max Beckmann. 1884-1950

Die Kaldewei Kulturstiftung verfolgt das Ziel, sämtliche Werke Max Beckmanns in digitalen Werkverzeichnissen zu präsentieren. Sie werden auf der Internetseite https://max-beckmann.org/ zusammengeführt, wo es auch Verweise auf weitere Projekte gibt.

AUSSTELLUNG: August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin

August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin
Ausstellung im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster, vom 
28.05.2021 bis 5.9.2021

In über 200 Zeichnungen und Gemälden hat August Macke seine Frau porträtiert. Elisabeth, „mein zweites Ich“, wie er sie nannte, inspirierte ihn zu Kunstwerken von Spaziergängen und Modegeschäften. Aber sie war noch mehr für den Künstler als Muse und Modell. Sie managte sein Künstlerdasein. Elisabeth Macke kümmerte sich um den Verkauf seiner Werke und brachte ihn mit Persönlichkeiten aus Kunst und Wirtschaft zusammen. Wenige Monate nach seinem frühen Tod an der französischen Front 1914 begann sie, die Geschichte ihrer Liebe aufzuschreiben, um ihren zwei Söhnen ein Bild ihres Vaters zu bewahren. Im zweiten Weltkrieg rettete sie seine Werke und Briefe vor den Bombenangriffen. Bis zu ihrem Tod 1978 arbeitete sie gegen das Vergessen eines jungen Künstlers an. Mit Erfolg: August Macke gilt heute als einer der bekanntesten Maler des deutschen Expressionismus. Dieses Verdienst gebührt Elisabeth Macke, einer modernen, starken Frau, die in zwei Weltkriegen zwei Ehemänner verlor, aber niemals den festen Willen, das Ansehen von Macke zu steigern. Erstmalig zeigt eine Ausstellung ihr Wirken, ihre Netzwerke und ihre Bedeutung anhand von Werken des Künstlers, die aus der umfangreichen Macke-Sammlung des Museums stammen und durch einzelne Leihgaben ergänzt werden.

Das Projekt wurde allein möglich durch die großzügige Finanzierung der Kaldewei Kulturstiftung.

AUSSTELLUNG: Das gelbschwarze Trikot. Das Brücke-Museum zu Gast im Albertinum

Das gelbschwarze Trikot. Das Brücke-Museum zu Gast im Albertinum
Ausstellung in den Staatlichen Kunstsammlungen, Dresden, vom 9.10.2019 bis 30.8.2020

„Das gelbschwarze Trikot“ von Max Pechstein aus dem Brücke-Museum Berlin zählt zu den Inkunabeln expressionistischer Malerei. Im Rahmen einer Kooperation wurde es neben vier weiteren Hauptwerken aus Berlin temporär in Dresden ausgestellt, während wichtige Werke aus dem Albertinum in Berlin und Bernried gezeigt wurden.

In der Sammlung des Albertinum in Dresden bildet der seit 1937 noch immer stark dezimierte Bestand an Gemälden von Mitgliedern der Künstlergruppe „Brücke“ einen der Schwerpunkte in der Sammlungspräsentation – beginnt doch die Geschichte der Künstlergruppe 1905 mit der Gründung der „Brücke“ in Dresden. Das Albertinum unterstützte mit der Ausleihe zentraler Werke aus dem Bestand von Karl Schmidt-Rottluff und Emil Nolde die Ausstellung "Unzertrennlich. Rahmen und Bilder der Brücke-Künstler", die vom 16.11.2019 bis 15.3.2020 im Brücke-Museum Berlin gezeigt wurde.

Während der Kernbestand des Albertinum ausgeliehen war, wurde diese Chance genutzt, dem Dresdner Publikum und den Gästen der Stadt im Gegenzug Hauptwerke aus dem Brücke-Museum vorzustellen. Zuvor wurden die originalen Künstlerrahmen der Dresdner Gemälde in der Werkstatt der Gemälderestaurierung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden untersucht und die Ergebnisse dokumentiert.

Der Schwerpunkt bei der Auswahl der Gemälde aus Berlin lag auf Topoi und Motiven, die für die Dresdner Zeit der „Brücke“ paradigmatisch sind. Die Ausstellung der Werke aus dem Brücke-Museum Berlin in Dresdner Albertinum wurde begleitet von Kunstgesprächen und einem Vortrag.

Dieses Ausstellungsprojekt wurde exklusiv von der Kaldewei Kulturstiftung finanziert und gefördert.

WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG: Arbeitskreis Werkverzeichnis

Arbeitskreis Werkverzeichnis
Interessengemeinschaft von Autorinnen und Autoren von Werkverzeichnissen

Werkverzeichnisse sind unentbehrliche Begleiter für Kunsthistoriker*innen und Kunsthandel: Sie leisten einen Überblick über das Schaffen von Künstler*innen und dokumentieren grundlegende Informationen zum jeweiligen Werk. Darüber hinaus werden sie bei der Echtheitsbestimmung und der Provenienzrecherche konsultiert. Ihr enzyklopädischer Charakter unterscheidet Werkverzeichnisse deutlich von Monografien und Ausstellungskatalogen.

Die Herausforderungen, die an die Erstellung eines Werkverzeichnisses geknüpft sind, und alle damit verbundenen methodischen und organisatorischen Fragen haben zu der Idee geführt, einen Arbeitskreis für Autor*innen von Werkverzeichnissen zu gründen. Dieser Interessengemeinschaft soll einerseits der Zweck zugrunde liegen, gezielt Synergie-Effekte zu nutzen und den Austausch zu fördern. Andererseits sollen künftig wichtige Forschungsansätze verfolgt werden: Welche Relevanz hat das Werkverzeichnis heutzutage innerhalb der Kunstwissenschaften, und wo liegen die Schnittstellen zu den Provenienz- oder Restaurierungswissenschaften? Was kann ein Werkverzeichnis leisten, wo sind seine Grenzen? Wie können die traditionellen Zielsetzungen sinnvoll erweitert und an veränderte Anforderungen und Möglichkeiten angepasst werden?

Mit Unterstützung der Kaldewei Kulturstiftung und auf Initiative von Dr. Anja Tiedemann wurde im November 2018 der Arbeitskreis Werkverzeichnis gegründet. Seitdem fanden jährliche Treffen mit Vorträgen und Diskussionen statt. Im Januar 2023 soll ein grundlegendes Handbuch für Werkverzeichnisse erscheinen. Eine Arbeitsgruppe erarbeitet darüber hinaus derzeit einen Leitfaden zur Erstellung von Echtheitszertifikaten und Expertisen.

Nähere Informationen erhalten Sie unter https://arbeitskreis-werkverzeichnis.de/ oder schreiben Sie an kontakt@arbeitskreis-werkverzeichnis.de.

AUSSTELLUNG: Making van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe

Making van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe
Ausstellung im Städel Museum, Frankfurt am Main, vom 23.10.2019 bis 16.2.2020

Mit großzügiger Unterstützung der Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung, Ahlen, realisierte das Städel Museum die Ausstellung "Making van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe", die vom 23.10.2019 bis 16.2.2020 gezeigt wurde. Im Zentrum des Projektes stand das Anliegen, einen entscheidenden Beitrag für das Verständnis der deutschen Kunstentwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu liefern und dabei Vincent van Goghs Rolle als Schlüsselfigur für die Kunst des deutschen Expressionismus aufzuzeigen.

Die Präsentation des Städel Museums nimmt erstmalig das Œuvre van Goghs im Kontext seiner deutschen Rezeption in den Blick. Deutschland spielte für die Erfolgsgeschichte des Holländers eine zentrale Rolle: Früher als in anderen Ländern wurde der Künstler hier durch das Engagement von Galeristen, Kritikern und Museumsdirektoren knapp fünfzehn Jahre nach seinem Tod als einer der bedeutendsten Vorreiter der modernen Malerei wahrgenommen.

Den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet eine Auswahl an Hauptwerken des holländischen Malers, die in einem Dialog mit Bildern deutscher Avantgardisten gezeigt werden. Neben bekannten Beispielen von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter oder Max Beckmann werden in der Ausstellung auch wiederzuentdeckende Positionen präsentiert, für die van Gogh ebenso prägend war, wie Peter August Böckstiegel, Maria Slavona oder Heinrich Nauen.

DIGITALES WERKVERZEICHNIS: Günther Uecker. Catalogue Raisonné (Arbeitstitel)

Günther Uecker. Catalogue Raisonné (Arbeitstitel)
Projektleitung: Dr. Konstanze Rudert, Dresden

Seit 2016 fördert die Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung, Ahlen, das Projekt zur Erarbeitung des Catalogue Raisonné für das Werk des Düsseldorfer Künstlers Günther Uecker. Dieses Vorhaben wird unter der Leitung von Dr. Konstanze Rudert seit Ende 2017 an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bearbeitet; zuvor war es seit Förderbeginn an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf angesiedelt.

Ziel des zunächst bis Ende 2021 geplanten Unternehmens ist die Erfassung der Hauptwerke Günther Ueckers, die sich in Museen und Privatsammlungen weltweit befinden. Daneben wird umfangreiches Quellen- und Archivmaterial ausgewertet, darunter mehr als 2000 Kataloge und eine sehr hohe Zahl von Beiträgen in Zeitschriften und Zeitungen zu den Einzel- und Gruppenausstellungen des international renommierten Künstlers.

Das seit Mitte der 1950er Jahre entstandene Werk Günther Ueckers umfasst Nagelreliefs, Gemälde, Arbeiten auf Papier, Skulpturen, Installationen, Filme und Aktionen sowie Bühnenbilder. Die Forschungsarbeiten werden in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler selbst und mit dem Uecker Archiv in Düsseldorf realisiert.

DIGITALES WERKVERZEICHNIS: Max Beckmann. Catalogue Raisonné der Gemälde

Max Beckmann. Catalogue Raisonné der Gemälde
Projektleitung: Dr. Anja Tiedemann, Jork-Königreich

Initiiert, finanziert und ediert von der Kaldewei Kulturstiftung wurde der Catalogue Raisonné der Gemälde Max Beckmanns (1884-1950) seit April 2016 von der Kunsthistorikerin Dr. Anja Tiedemann recherchiert, bearbeitet und in einem digitalen Informationssystem zusammengeführt. Auf der Grundlage des Werkverzeichnisses von Barbara und Erhard Göpel aus dem Jahr 1976 sowie Archivforschung in Europa und den USA wurden bis zum 31. Dezember 2020 nahezu 11.300 Datensätze gewonnen. Hierzu gehörten nicht nur die 843 Werke des Künstlers, sondern auch Publikationen (5.141), Personen (2.489), Ausstellungen (1.360), Institutionen (1.061), Auktionen (264) und Archivmaterialien (129). In vielfältiger Weise miteinander verknüpft bieten die gewonnenen Daten Erkenntnisse zur Provenienz sowie zur Ausstellungs- und Auktionsgeschichte. Erfasst sind darüber hinaus die Einträge in Beckmanns Bilderlisten, die neu transkribiert wurden und erstmals vollständig zugänglich sind. Verweise auf die Erwähnung der Gemälde in den Tagebüchern und Briefen des Künstlers gehören ebenso dazu. Vollkommen neue Sortier- und Filterfunktionen bieten einen raschen und zuverlässigen Zugriff auf umfangreiche Untersuchungsergebnisse. Weltweit zugänglich und kostenfrei nutzbar dient das digitale Verzeichnis der Forschung und bietet auch kunstinteressierten Laien eine attraktive Plattform.

Mitte Februar 2021 erschien ein auf dem Online-Werkverzeichnis basierender Œuvre-Katalog mit großformatigen Abbildungen in zwei ledergebundenen Bänden plus Supplement. Er enthält neben ausgewählten Informationen zu den Gemälden, auch Auszüge aus den Tagebüchern Max Beckmanns und seiner Frau Mathilde. QR-Codes führen direkt zum Online-Katalog.

Der Catalogue Raisonné der Gemälde des Künstlers Max Beckmann wird regelmäßig aktualisiert und ständig weiterentwickelt. Diese Aufgabe nimmt weiterhin Dr. Anja Tiedemann wahr.

Der digitale Katalog ist einsehbar unter: https://beckmann-gemaelde.org
Das Buch kann über die Galerie Thomas in München bezogen werden.